Die AG Genealogie Magdeburg lädt im Rahmen ihrer monatlichen Veranstaltungsreihe zu einem Vortrag ein. Am Mittwoch, 18. November 2026, 17:30 Uhr, wird Dr. med. Stephan Töpel aus Köthen im Literaturhaus Magdeburg einen Vortrag „Aus Deutsch-Samoa an die Elbe – Von West nach Ost und so zurück. Bedeutsame Umbrüche im Leben zweier Augenärzte“ halten.
Mir ist klar, dass kein Historiker jede Persönlichkeit vorstellen kann, für die er sich interessiert. Dies gilt sowohl für „meine“ Julius-Hirschberg-Gesellschaft, die sich mit der Geschichte der Augenheilkunde befaßt, als auch für Ihren Kreis, vor dem ich in Bälde sprechen darf. Bestimmte Persönlichkeiten sollten aber Erwähnung finden, nämlich jene, deren beruflicher Werdegang Besonderheiten aufweist. Über zwei solche Persönlichkeiten werde ich sprechen.
Der Umstand, dass deutsche Ärzte in die weite Welt hinausziehen, um dort Arbeit, Auskommen und persönliches Glück zu finden, ist nichts Ungewöhnliches. Immer schon hat es Charaktere gegeben, denen die Heimat zu eng war. Für einen solchen Wechsel boten die kaiserlich deutschen Schutzgebiete günstige Bedingungen, und so betrat so mancher Arzt unbekanntes Land, wo er wirklich Neues erlebte, Herausforderungen meistern und gewiss auch Abenteuer bestehen musste. Ein solcher Arzt war Dr. med. Otto Glantz, der die Welt zuerst als Schiffsarzt bereiste und später, als Augenarzt, in Deutsch-Samoa (Südsee, heute Westsamoa) ansässig wurde. Der Erste Weltkrieg änderte Glantz‘ Lebensweg: Kriegsgefangenschaft, Rückkehr nach Deutschland, Kriegsdienst. Dann folgte ein recht langer Zeitraum ohne ärztliche Tätigkeit. Erst 1932 nahm Glantz seine Arbeit als Augenarzt wieder auf, nun in Schönebeck, wo, wie Sie wissen, viel augengefährdende Industrie beheimatet war.
Nach Glantz‘ Tod 1948 musste es in Schönebeck zunächst ohne eigenen Augenarzt weitergehen. Dann aber kam Dr. med. Arnold Lahusen ins Spiel, ein Lahusen aus dem rheinischen Zweig der bekannten Bremer Kaufmannsfamilie gleichen Namens. Offenbar war es ein Lazarettaufenthalt während des Krieges, der Lahusen nach Schönebeck brachte. Und das war gut so, denn von Schönebeck aus konnte er an der Magdeburger Augenklinik bequem seine Weiterbildung zum Augenarzt absolvieren. Als solcher wirkte er dann lange in Schönebeck. Schließlich aber zog es ihn zurück in seine alte Heimat. Noch ist nicht ganz klar, wie dieser Wechsel von Ost nach West abgelaufen ist, was alles unternommen wurde, wer an welchen Fäden gezogen hat. Doch wie es scheint, hat der bekannte DDR- Rechtsanwalt Dr. jur. Wolfgang Vogel, der Mann mit dem goldenen Mercedes, an diesem Wechsel mitgewirkt.
Freuen Sie sich auf kurzweilige, „bewegliche“ Ausführungen, die sehenswertes Bildmaterial enthalten.